Zwei Wochen Goslar

Zwei Wochen Goslar

09.07.2026 0 Von Kay

Nachdem wir seit einiger Zeit keine Verpflichtungen mehr haben, die unsere spontane Anwesenheit erforderte, konnten wir nun endlich mal einen längeren Urlaub planen. Da wir nicht zu weit weg wollten, entschieden wir uns für das Weltkulturerbe Goslar. Als Unterkunft wählten wir das Hotel Der Achtermann.

06.07.2026 – Unsere Ankunft

Nach unserer problemlosen Anreise waren wir gegen 14:30 Uhr angekommen.

Hotel Der Achtermann

Beim Einchecken haben wir unser Zimmer zugewiesen bekommen. Schön war es, dass wir unser gesamtes Gepäck vom Parkhaus aus direkt in das Hotel transportieren konnten.

Als wir in das Zimmer kamen, stellten wir fest, dass es noch nicht gereinigt und vorbereitet wurde. Wir gingen also zur Rezeption. Dort bekamen wir ein neues Zimmer zugewiesen.

Ausblick aus dem Hotelfenster

Nachdem wir uns eingerichtet hatten gingen wir in die Fußgängerzone von Goslar und genossen die Atmosphäre der alten Gebäude mit den kleinen Geschäften. Später entdeckten wir ein spanisches Restaurant mit einen wunderschönen, innen liegenden Biergarten, wo wir bei Knoblauchbrot mit Ajoli und kanarischen Kartoffeln den Tag ausklingen ließen.

07.07.2026 – Kaiserpfalz und Hahnenklee

Kaiserpfalz

Nach einer etwas unruhigen Nacht (wir haben vergessen den Fenstervorhang zu zuschieben), es war früh hell im Zimmer, sind wir um 07:30 Uhr zum Frühstück gegangen. Anschließend zogen wir uns nochmal ins Zimmer zurück.

Nach etwa einer Stunde machten wir uns auf dem Weg zur Touristen-Information. Dort besorgten wir uns einige Flyer. Anschließend gingen wir zur Kaiserpfalz. Die Kaiserpfalz ist das Wahrzeichen von Goslar. Nachdem wir den Eintritt entrichtet hatten, bekamen wir jeder einen Audio-Guide. Damit konnten wir and entsprechenden Ausstellungs-Objekten  interessante historische Hintergrundsinformationen bekommen.

Das besondere Highlight war natürlich der Kaisersaal.

Nachdem wir voller Eindrücke die Kaiserpfalz verließen, gingen wir wieder ins Hotel. Für den Nachmittag planten wir, in Hahnenklee den Liebesbankweg zu erkunden.

Wir fuhren also voller Vorfreude mit unserem Auto Richtung Hahnenklee. Während der Fahrt bemerkten wir, dass eine Warnleuchte im Display des Autos leuchtete. Kurze Zeit später standen wir im Stau. Der Grund für den Stau war ein Unfall der eine Vollsperrung erforderte. Es kam auch ein Rettungshubschrauber zum Einsatz.

Der Grund für das Leuchten betraf den Reifendruck.

Nachdem sich der Stau nach einer längeren Zeit wieder auflöste, führen wir nicht nach Hahnenklee, sondern nach Clausthal Zellerfeld. Dort führen wir an die nächste Tankstelle um den Reifendruck zu kontrollieren. Allerdings war das Gerät defekt.

Der Mitarbeiter der Tankstelle verwies uns an eine KFZ-Werkstatt, die gleich nebenan war. Dort trafen wir auf freundliche Mitarbeiter, die für uns den Reifendruck prüften und entsprechend nachfüllten.

Anschließend fuhren wir nach Hahnenklee. Allerdings war die Zeit schon weit fortgeschritten, so dass wir dort nur einen Kaffee trinken gingen.

Nachdem wir wieder im Hotel waren, gingen wir noch etwas essen. Genau wie gestern gingen wir wieder in das spanischen Restaurant mit dem wunderschönen, innenliegenden Biergarten. Dort bekamen wir an diesem Abend unter dem Schirm einige starke Regenschauer ab.

Müllers Tapas

Das Personal war wieder sehr freundlich, aufmerksam und zuvorkommend.

08.07.2026 – Bodetal

Heute sind wir in den Ostharz gefahren. Wir wollten im Bodetal wandern. Es verbindet die Orte Thale und Treseburg. Wir haben im voraus bei YouTube einige Aufnahmen gesehen, die uns dazu veranlasst haben, es einmal selbst zu erkunden. Die Fahrt dauerte etwa 50 Minuten. Ich hatte im Navi lediglich Bodetal eingegeben. Wir sind dann auf einem Parkplatz gelandet, von dem man zur Roßtrappe wandern kann. Um ins Bodetal zu gelangen müssten wir mit einem Sessellift ins Tal fahren. Das war ein besonderes Erlebnis für uns, da Ellen vor ca. 50 Jahren mit einem Sessellift gefahren ist und ich noch nie.

Unten angekommen, wanderten wir entlang der Bode.

Landschaftlich war es sehr reizvoll. Auf der einen Seite des Weges war der Fluss und auf der anderen Seite ragten die Schieferfelsen in die Höhe. Leider war es aufgrund des guten Wetters sehr voll.

Nach etwa 1,6 km wurde der Weg immer schwieriger zu belaufen. Irgendwann bestand er nahezu nur noch aus Steinen. Da ich nicht mehr so Trittfest bin, beschlossen wir wieder umzukehren.

Wir fuhren wieder mit dem Sessellift nach oben und kehrten nach Goslar zurück.

Am Nachmittag gingen wir zu Edeka, um uns etwas für das Abendessen zu besorgen. Dieses wollten wir auf dem Marktplatz einnehmen und uns das Glockenspiel ansehen. Dieses wird vier Mal täglich gezeigt. Es zeigt in kurzen Bildern die Bergbaugeschichte Goslars.

Nachdem wir uns das Glockenspiel angesehen hatten, schauten wir uns noch die nähere Umgebung des Marktplatzes an. Es ist wirklich ein schöner Ort.

09.07.2026 – Hahnenklee

Heute wollten wir den Liebesbankweg nachholen, den wir vor zwei Tagen nicht machen konnten.

Wir starteten auf dem Parkplatz in Hahnenklee bei der Holzstabkirche. Wir wanderten den Bocksberg hinauf und erreichten ein paar Stationen des Liebesbankwegs.

Später schienen wir falsch abgebogen zu sein. Es ging nur noch steil aufwärts. Irgendwann erreichten wir eine Tafel, die uns deutlich machte, dass wir kurz vor dem Erreichen des Gipfels waren. Der Aufstieg bis dahin war schon sehr anstrengend.

Wir entschieden uns nun, den Weg zum Gipfel zu folgen.

Wenig später erreichten wir den Gipfel in einer Höhe von 727 Meter. Wir waren unerwartet echte Gipfelstürmer.

Wir sind daraufhin nach Bad Harzburg zum Radau Wasserfall gefahren. Dort hatte ich vor fünf Jahren zum letzten Mal im Harz einen Windbeutel gegessen. Das wollte ich nun wiederholen. Dort angekommen müssten wir feststellen, dass der Inhaber gewechselt hat. Windbeutel gibt es nicht mehr. Die nächste Enttäuschung.

Dann begann der Abstieg. Auf einer Strecke von 1500 Metern ging es relativ steil bergab. Wir spürten es in unseren Waden und in der Oberschenkelmuskulatur Muskulatur. Es war wohl ein Hang, der zur Ski-Abfahrt genutzt wird. Im Laufe des Abstiegs brannten unsere Muskeln.

Unten angekommen erreichten wir bald den Parkplatz. Wir fuhren nun erschöpft zurück nach Goslar.

Nachdem wir uns etwas ausgeruht hatten, kümmerten wir uns in der Altstadt um das leibliche Wohl. Wir aßen einen leckeren Döner. Dann besorgten wir uns etwas zu trinken und gingen zum Marktplatz wo wir die Sonne und das Treiben genossen.

Etwas später tauchte eine vierköpfige Musikgruppe auf, die etwas zum besten gaben. Sie spielten ein paar Stücke, baten um Spenden und zogen weiter. Wir folgten ihnen und genossen die Musik noch ein zweites mal.

10.07.2026 – im Hotel

Für heute hatten wir einen ruhigen Tag geplant. Wir wollten uns in der Stadt etwas zu essen für heute Abend besorgen und anschließend in den Spa-Bereich gehen. Am Abend wollten wir dann den Shabbat – Eingang feiern.

Schon gestern Abend ist uns aufgefallen, dass das Wasser im Waschbecken nicht abläuft.

Auf dem Weg zum Frühstück habe ich die Rezeption darüber informiert. Das Ergebnis war, dass wir erneut das Zimmer wechseln mussten. Die Reparatur ist wohl schwieriger als gedacht. Da die Außentemperatur stieg, floss uns beim Zimmerwechsel der Schweiß.

Innerhalb von fünf Tagen drei Zimmer im Hotel zugewiesen zu bekommen ist Rekord verdächtig.

Ausblick aus dem Fenster – Beginn der Fußgängerzone
Ausblick aus dem Fenster – Beginn der Fußgängerzone

Nachdem wir den Zimmerwechsel vollzogen hatten, gingen wir in die Stadt, um uns für heute Abend etwas zum Essen  zu besorgen.

Nachdem wir wieder im Hotel waren, machten wir eine kleine Siesta, indem wir uns für eine Stunde hinlegen und einen Mittagsschlaf machten. Anschließend gingen wir in den Spa-Bereich und genossen den Whirlpool und das Bad.

Am Abend feierten wir dann den Shabbat – Eingang und genossen im Anschluss den lauen Sommerabend draußen vor dem Hotel.

11.07.2026 – Altstadt von Goslar

Nachdem wir den Vormittag mit Bibellesen und ausruhen verbracht haben, sind wir mittags losgegangen, um uns die Altstadt von Goslar näher anzuschauen. Wir begannen damit die Kirchen  zu besichtigen.

Wir begannen mit dem Stift Neuwerk. Die Kirche ist um 1200 erbaut worden.

Anschließend sind wir in die St. Jakobikirche gegangen. Es ist die älteste erhaltene Stadtkirche in Goslar. Erbaut 1073 – 1520.

St.Jakobikirche

Die dritte Kirche, die wir besuchten war die Marktkirche.

Marktkirche

Anschließend erkundeten wir die Altstadt, die sehr viele Gassen hat.

Am Abend sind wir dann ins Brauhaus Goslar zum Abendessen gegangen.

Gefreut habe ich mich, dass ich dort Gulasch vom Roten Harzer Höhenvieh essen konnte. Diese Rinderrasse ist vom Aussterben bedroht und wird nur im Harz privat gezüchtet. Es schmeckt sehr lecker.

Brauhaus Goslar
Gulasch Rotes Harzer Höhlenvieh

Wir verlebten dort eine schöne Zeit. Unter Anderem hatte ich auch die Möglichkeit, drei Biere zu testen.

Biertestung

Das Brauhaus Goslar liegt gegenüber der Marktkirche, wo um 18:00 Uhr wie üblich geleutet würde.

Marktkirche Goslar

12.07.2026 – Hotel

Heute hatten wir einen Ruhetag eingelegt. Wir verbrachten ihn mit Lesen. Darüber hinaus bekamen wir einen Ventilator für das Zimmer gestellt. Was das Raumklima deutlich angenehmer machte.

Am späten Nachmittag gingen wir in eine Pizzaria, die schräg gegenüber vom Hotel war, um etwas zu essen.

Abends ließen wir den Abend auf der Terrasse der Hotelbar ausklingen.

13.07.2026 – Wasserfälle

Heute wollten wir zu dem Romkerhaller Wasserfall und dem kleinsten Königreich der Welt, der dem gegenüber ist.

Leider war dieser Besuch ein Reinfall. Zum einen war das „Königreich“ geschlossen und zum anderen war der Wasserfall eher ein Rinnsal.

Als Ersatz gab es einen respektablen Erdbeerbecher.

Anschließend gingen wir zum Wasserfall.

Den Abend verbrachten wir auf der Hotelterrasse.

14.07.2026 – Ruhe

Heute ging es mir nicht gut. Ich hatte sehr schlecht geschlafen und war energielos. Deshalb verbrachte ich den Tag auf der Hotelterrasse und las einen Roman. Ellen ging in der Zwischenzeit in die Altstadt zum shoppen.

Abends bewölkte es sich zusehends und es fing an zu regnen. in der Ferne hörten wir auch das Gewitter-Grummeln.

15.07.2026 – Iberger Tropfsteinhöhle

Heute wurden wir mit einer Besonderheit überrascht. Das Frühstück fiel aus. Der Grund hierfür war ein Stromausfall in einem Teil des Hotels. Als Ausgleich konnten wir in einem der umliegenden Cafés oder Bäckereien Frühstücken gehen. Natürlich waren sie aufgrund des Umstands alle ziemlich voll.

An der Rezeption erzählte mir der Mitarbeiter, das abends zuvor es in Goslar Stromschwankungen gegeben hat.

Am Mittag führen wir zur Iberger Tropfsteinhöhle. Wir lösten die Tickets, als ich las, dass es wohl eine körperliche Herausforderung werden würde. Es müssten Höhenunterschiede von 118 m überwunden werden. Nach einer kurzen Überlegung entschloss ich mich, die Führung nicht mitzumachen. So nahm Ellen allein daran teil.

Ellen kam ziemlich begeistert nach der Führung wieder zurück und bestätigte mir, dass es wirklich körperlich sehr herausfordernd war.

Anschließend fuhren wir zur Okertalsperre. Irgendwie hatte ich sie anders in Erinnerung. Vom ersten Eindruck waren wir beide etwas enttäuscht.

Wir gingen dort etwas spazieren. Anschließend fuhren wir zurück ins Hotel. Dort aßen wir etwas und gingen dann nochmal in die Altstadt und setzten uns auf eine Bank auf dem Marktplatz. Auf dem Rückweg entdeckten wir Stolpersteine, die an jüdische Mitbürger in Goslar erinnerten.

16.07.2026 – Bergwerk Rammelsberg

Heute besuchten wir das Weltkulturerbe Rammelsberg. Ohne dieses Bergwerk wäre die Kaiserpfalz wohl nicht gebaut worden. Dieses Erzbergwerk begründete den Reichtum der Stadt Goslar. Neben anderen Mineralien wurde auch Silber und ein kleiner Anteil Gold gewonnen.

Unter den verschiedenen Führungen, wählten wir die Führung: „Mit der Grubenbahn vor Ort – Auf zum Schichtbeginn“ aus.

Es war schön spektakulär, mit der historischen Grubenbahn in den Stollen einzufahren. Vorher mussten wir uns allerdings einen Helm aufsetzen.

in der Grubenbahn war es sehr eng und niedrig. Und es rumpelte während der Fahrt gewaltig.

Unten angekommen wurden wir zu Fuß weiter in den Stollen geführt. In der Bergbau -Sprache heißt übrigens zu Fuß gehen, auch fahren.

Wir erfuhren viele Einzelheiten rund um eine Schicht unter Tage. Es wurden praktisch auch die einzelnen Arbeitsschritte, teilweise in Form einer kurzen Vorführung erklärt.

Interessant war nebenbei auch die Information, dass das Bergwerk Rammelsberg die Wiege der deutschen Sozialversicherung ist. Die Kumpels haben sich im 12. Jahrhundert zusammen geschlossen um in Not geratene Familien zu unterstützen. Bismarck wurde später dann dazu gedrängt, dieses System zu übernehmen. In Goslar, auf dem Marktplatz wurde zur Expo 2000 ein großer Fels aus dem Bergwerk aufgestellt, der daran Erinnern soll.

Am Ende der Führung, ging es dann wieder mit der Grubenbahn zurück.

Am Abend sind wir dann noch einmal in die Altstadt gegangen um etwas auf dem Marktplatz zu essen. Danach sind wir spontan noch in die Goslarer Weinstuben für ein Glas Wein eingekehrt

17.07.2026 – Hotel

An diesem Tag waren wir gedanklich schon auf Abschied eingestellt. Wir sind nochmal in die Altstadt gegangen und haben in einer Eisdiele ein Eis gegessen.

Anschließend haben wir bei Edeka und Nordsee etwas für den Shabbat – Abend eingekauft. Entsprechend ruhig lief der Tag.

18.07.2026 – Letzter Tag

Nachdem wir uns mit Gottes Wort beschäftigt hatten (es ist Shabbat), sind wir noch ein letztes Mal in Goslar spazieren gegangen. Anschließend haben wir schon die ersten Sachen ins Auto gebracht.

Für 18:00 Uhr hatten wir einen Tisch im Restaurant „Altdeutsche Stuben“ reserviert, welches zum Hotel gehört. Das Restaurant hat ein außergewöhnliches Ambiente, was uns gut gefallen hat.

Das Essen war sehr lecker. Es gab Rumpsteak.

Anschließend waren wir noch kurz auf der Hotelterrasse um dann ein letztes Mal die Nacht in Goslar zu genießen.

Morgen fahren wir nach Hause.